Zum Auftakt des Sentiero Alpino Bregaglia wartet gleich eine lange und abwechslungsreiche Etappe auf uns. Von Maloja führt der Weg zunächst gemütlich zum Lägh da Cavloc, bevor wir auf dem blau-weiss markierten Bergweg in zunehmend hochalpines Gelände aufsteigen und über Ketten, Felsstufen und ein weitläufiges Geröllfeld den Pass da Casnil Sud erreichen. Was wir am Morgen noch nicht ahnen: Die Tour wird uns deutlich länger beschäftigen als erwartet und erst nach fast zehn Stunden mit einem erfrischenden Bad im kleinen Bergsee oberhalb der Albignahütte enden.

[Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Bregaglia Maloja Turismo und Graubünden Ferien]
 
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Ein entspannter Start in Maloja

Bei einer Mehrtagestour entscheidet sich manchmal schon am Vorabend, wie entspannt der erste Wandertag beginnt. Da wir aus Zürich anreisen und die Strecke bis nach Maloja doch einiges an Zeit beansprucht, möchten wir nicht erst am frühen Morgen mit den Öffentlichen anreisen und anschliessend direkt eine lange Bergwanderung in Angriff nehmen. Deshalb reisen wir bereits am Vorabend an und übernachten im Hotel Kulm in Maloja.

Für unsere Tour ist die Unterkunft ideal gelegen. Das Hotel befindet sich direkt am Start der Wanderung, sodass wir am nächsten Morgen direkt vom Hotel loslaufen können. Auch eine späte Anreise (und Checkin) ist problemlos möglich, was gerade bei einer längeren Anfahrt praktisch ist. Wir können am Abend in Ruhe ankommen und uns auf die nächsten Tage einstellen. Nachdem wir herrlich geschlafen haben, erwartet uns am nächsten Morgen ein tolles Frühstücksbüffet. Wir nehmen uns dafür bewusst Zeit und bekommen dann noch unser gebuchtes Lunchpaket überreicht. 

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Bevor wir unsere Rucksäcke schultern, gibt es ausserdem noch eine letzte Dusche. Aufgrund des trockenen Sommers ahnen wir bereits, dass die Wassersituation in den Bergen angespannt sein könnte und wir in der Albignahütte möglicherweise nicht duschen können. Also nutzen wir die Gelegenheit noch einmal.

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Wer mit dem Auto anreist, kann dieses in der Nähe des Hotels auf dem Parkplatz Orden kostenlos abstellen. Am Ende der Tour kann dann von Bondo das Postauto bis zum Parkplatz genommen werden, um das Auto wieder hier abzuholen.

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Um 8.15 Uhr sind wir schliesslich bereit und planen, dass wir am frühen Nachmittag auf der Hütte eintreffen werden. Gerade rechtzeitig, um noch ein Stück Kuchen zu bestellen und den Tag Revue passieren zu lassen. Noch wissen wir nicht, dass wir über Stunden unterwegs sein werden.

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Durch den Wald zum Lägh da Cavloc

Die ersten Kilometer sind angenehm und lassen uns ruhig in die Tour hineinfinden. Von Maloja führt der Weg zunächst auf einem breiten, gut ausgebauten und bestens beschilderten Wanderweg durch den Wald. Nach dem langen Anreisetag am Vortag fühlt sich dieser Einstieg beinahe gemütlich an.

Erinnerungen kommen in mir hoch. Ich bin diesen Abschnitt bereits als erste Etappe von der Mehrtageswanderung Sentiero Bernina Sud vor mittlerweile 4 Jahren gelaufen und habe mich bereits vorher auf den wunderschönen See gefreut, der ein ganz spezielle Magie ausstrahlt. 

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Die Bäume spenden noch etwas Schatten, doch schon bald merken wir, dass es ein sehr heisser Tag werden wird. Die Sonne steht bereits kräftig am Himmel und es ist kaum vorstellbar, dass die kommenden Tage eigentlich im hochalpinen Gelände stattfinden.

Unser erstes Ziel ist der Lägh da Cavloc. Dieser liegt am Vormittag in absoluter Stille innerhalb der Bergwelt und es sind um diese Uhrzeit nur wenige Wanderer unterwegs. Wenn du genügend Zeit zur Verfügung hast (also schneller als wir läufst), solltest du hier unbedingt einen Badestopp einplanen! Am See angekommen kannst du am linken oder rechten See-Ufer entlanglaufen. Um den See verteilt hat es sogar einige Feuerstellen, so dass sich auch ein Ausflug mit der Familie zu diesem Bijou lohnt!

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Der hübsche Bergsee liegt eingebettet in einer sanften Landschaft und wirkt fast ein wenig wie ein Gegenentwurf zu dem, was uns später erwartet. Das Wasser ist ruhig, am Ufer stehen einzelne Bäume und rundherum steigen die Berge an. Am Ende vom See gelangen wir zum Restaurant Cavloccio, welches sogar auch mit dem Kinderwagen zu erreichen ist. 

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Dort liegen bereits herrlich frisch gebackene Kuchen aus. Für einen Moment ist die Wanderplanung vergessen. Die Kuchen sehen wirklich verlockend aus. Ein Stück davon, dazu ein Kaffee und ein Platz auf der Terrasse – eigentlich wäre das ein perfekter Start in den Tag. Aber wir sind erst seit kurzer Zeit unterwegs und noch satt vom Frühstück. Also gehen wir weiter, auch da wir nicht wissen, wie lange wir für unsere heutige Etappe benötigen werden. Im Laufe des Tages werden wir noch mehrfach an diesen Kuchen denken.

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Kurz hinterm See erreichen wir die Alp Cavlocc. Bei unserem letzten Besuch wurden wir hier von Dutzenden freilaufenden Ziegen begrüsst, die uns neugierig begutachtet haben. Heute ist alles ruhig, aber sie liegt immer noch sehr idyllisch und bietet Ziegenkäse zum Verkauf an. 

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Durch das Val Murett

Hinter der Alpe folgen wir dem Weg weiter nach Süden. Der Pfad steigt entlang eines Baches nur langsam an und führt uns zum Plan Canin. Hier teilt sich das Tal. Wir orientieren uns zunächst an der Beschilderung Richtung Fornohütte. Wir nehmen hier den rechts verlaufenden Weg. Der links abzweigende Panoramaweg führt direkt zur Fornohütte und bietet sich an, wenn man den Sentiero Alpino Bregaglia über 5 Tage verteilt laufen möchte und die erste Nacht in der Fornohütte einplant.

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Wir erreichen den idealen Platz für eine Mittagspause. Ein riesiger Findling spendet Schatten ganz in der Nähe der Brücke, die zur Fornohütte abzweigt. Ab hier geht es dann blau-weiss markiert auf dem alpinen Wanderweg zum Pass da Casnil Sud weiter. Nach einer Picknickpause verlassen wir den deutlich breiteren Wanderweg und folgen den blau-weissen Markierungen. Der Pfad wird schmaler, das Gelände steiler und die Landschaft zunehmend karger. 

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Die grünen Wiesenflächen werden weniger. Fels und Geröll gewinnen immer mehr Raum. Der Weg führt uns nun durch eine Landschaft, die bereits deutlich hochalpiner wirkt als noch wenige Kilometer zuvor. Zwischen den Felsflanken bleibt kaum noch etwas von der lieblichen Umgebung rund um Maloja übrig.

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Der Aufstieg wird steil

Schon bald geht es deutlich steiler nach oben und der Charakter des Weges verändert sich spürbar. Die ersten Ketten tauchen auf und wir arbeiten uns über felsige Passagen weiter hinauf. Immer wieder greifen wir nach dem Stahlseil, um die steilen Stellen sicher zu überwinden. Gelegentlich kommen auch kleinere Kletterelemente dazu, die allerdings mit Metall-Fusstritten entschärft sind. Dadurch lassen sich die etwas schwierigeren Passagen gut bewältigen, trotzdem ist jetzt deutlich mehr Konzentration gefragt als noch am Morgen rund um den Lägh da Cavloc.

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Der Weg ist hier kein gewöhnlicher Bergwanderweg mehr. Die blau-weissen Markierungen weisen uns zuverlässig den Weg, gleichzeitig müssen wir immer wieder genau schauen, wo der nächste sichere Tritt liegt. Für uns fühlt sich das Gelände spannend und abwechslungsreich an, ohne dass wir uns dabei unsicher fühlen. Immer wieder kommen uns einzelne Wanderer entgegen. Wir grüssen uns, wechseln gelegentlich ein paar Worte und gehen dann weiter unseren Weg. Es ist angenehm zu sehen, dass wir hier oben nicht alleine unterwegs sind, auch wenn die Landschaft zunehmend wild und abgelegen wirkt.

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Mit jedem Höhenmeter verändert sich auch die Aussicht. Die grünen Flächen werden weniger, die Felsen dominieren immer stärker und zwischen den mächtigen Granitflanken öffnet sich der Blick immer weiter in Richtung Fornogletscher. Die Dimensionen der Landschaft sind beeindruckend und lassen uns immer wieder innehalten. Gleichzeitig merken wir langsam, dass wir für die einzelnen Abschnitte deutlich mehr Zeit benötigen, als wir es von einem normalen Bergweg gewohnt sind. Noch machen wir uns darüber aber keine grossen Gedanken. Wir sind schliesslich gut unterwegs und haben noch keinen Grund, uns über die Uhrzeit Gedanken zu machen.

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Nachdem wir den unteren Teil des Aufstiegs bewältigt haben, geht es ab hier dann direttisima nur noch bergauf. An besonders steilen Abschnitten sind können wir uns an Seilen oder Ketten emporziehen. Der Herzschlag geht ordentlich in die Höhe und wir kommen uns wie auf einem Stepper im Fitnessstudio vor – es geht nur noch steil bergauf. 

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Der Fornogletscher

Je höher wir steigen, desto eindrücklicher wird der Blick auf den Fornogletscher. Zwischen den gewaltigen Felsflanken liegt das Eis tief im Tal und wirkt aus dieser Perspektive zunächst beinahe mächtig. Gleichzeitig können wir uns dem Gedanken nicht entziehen, dass von diesem Gletscher eigentlich nicht mehr besonders viel übrig ist. Die Felslandschaft rundherum ist riesig, während sich die verbliebene Eisfläche darin zunehmend klein ausnimmt.

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Der Anblick des Gletschers ist deshalb gleichzeitig beeindruckend und traurig. Wir bleiben immer wieder stehen und schauen hinüber, denn die Aussicht gehört zweifellos zu den Höhepunkten dieses Aufstiegs. Gleichzeitig wird hier oben sehr unmittelbar sichtbar, wie stark sich die Gletscherlandschaft in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Was auf Bildern oder in Statistiken weit weg erscheint, liegt hier direkt vor uns.

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Die Schlüsselstelle

Dann stehen wir vor der ersten Passage, die man als Schlüsselstelle bezeichnen könnte. Vor uns liegt eine steile Felsstufe, die sich nicht einfach direkt übersteigen lässt. Stattdessen führt der Weg zunächst etwa zehn Meter steil nach unten, bevor wir die Felsstufe auf der anderen Seite überwinden können. Für einen kurzen Moment wirkt diese Passage etwas ungewohnt, schliesslich befinden wir uns eigentlich mitten im Aufstieg zum Pass und verlieren plötzlich wieder einige Höhenmeter.

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Allerdings ist auch diese Stelle hervorragend gesichert. Eine Kette gibt Halt und die vorhandenen Metalltritte erleichtern die einzelnen Bewegungen. Wir konzentrieren uns auf unsere Schritte und steigen vorsichtig hinunter, bevor wir die Felsstufe überwinden und auf der anderen Seite wieder Höhe gewinnen. Schnell gewöhnt man sich an die Abwärtsbewegung und im Nachhinein ist es ein gutes Training für den nächsten Tag! Technisch ist die Stelle damit deutlich weniger dramatisch, als sie auf den ersten Blick wirkt. Wer trittsicher ist und mit ausgesetztem Gelände umgehen kann, findet hier eine gut abgesicherte Passage vor. 

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Nach dieser Schlüsselstelle verändert sich das Gelände erneut. Wir erreichen ein Plateau, doch mit einer gemütlichen, flachen Hochfläche hat dieser Begriff wenig zu tun. Statt saftiger Bergwiesen erwartet uns hier praktisch nur noch Geröll. Überall liegen unterschiedlich grosse Felsbrocken und zwischen ihnen sind nur noch einzelne Wegspuren auszumachen. Die Vegetation ist fast vollständig verschwunden und wir befinden uns nun endgültig in einer hochalpinen Landschaft.

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Eine Stunde durch das Geröll

Vor uns liegt ein ausgedehntes Geröllfeld, das wir anhand der blau-weissen Markierungen queren müssen. Auf der Karte wirkt dieser Abschnitt zunächst überschaubar, vor Ort erweist er sich jedoch als deutlich zeitaufwendiger. Einen durchgehenden Weg gibt es nicht, stattdessen suchen wir uns von Markierung zu Markierung unseren eigenen Tritt durch das Blockgelände. Mal steigen wir auf einen grossen Granitblock hinauf, dann wieder ein Stück hinunter, umgehen tiefe Zwischenräume und suchen den nächsten stabilen Stand.

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Wir kommen entsprechend langsam voran. Immer wieder müssen wir kurz überlegen, wo wir am besten weitergehen, und auch die vielen kleinen Höhenunterschiede summieren sich. Insgesamt brauchen wir ungefähr eine Stunde, bis wir das Geröllfeld hinter uns haben. Es ist weniger die technische Schwierigkeit einer einzelnen Stelle, die uns Zeit kostet, sondern vielmehr die Tatsache, dass jeder Schritt Aufmerksamkeit verlangt und sich auf diesem Untergrund kein gleichmässiger Wanderrhythmus entwickeln lässt.

Dazu kommt die Hitze. Die Sonne steht inzwischen hoch am Himmel und brennt auf die hellen Felsen, während Schatten kaum vorhanden ist. Wir trinken regelmässig und versuchen, unser Tempo nicht zu erzwingen. Während wir weitersteigen, rückt der Pass da Casnil Sud langsam näher. Das Geröllfeld liegt irgendwann hinter uns und wir können wieder etwas flüssiger gehen. Noch ist der Anstieg nicht geschafft, aber zumindest lässt sich das Ziel nun erkennen. Wir folgen weiterhin den Markierungen und gewinnen die letzten Höhenmeter zum Pass. Mittlerweile machen wir alle 100 Höhenmeter eine Pause und feiern jeden gewonnenen Meter. Wir stellen bereits hier fest, dass wir heute zu wenig Wasser mitgenommen haben (an einem heissen Tag sind sicherlich 3 Liter Wasser für diese Etappe sinnvoll). 

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Endlich am Pass da Casnil Sud

Als wir schliesslich den Pass da Casnil Sud erreichen, sind wir zunächst einfach froh, oben angekommen zu sein. Hinter uns liegt ein langer und teilweise überraschend anstrengender Aufstieg, vor uns öffnet sich die Landschaft in eine neue Richtung. Wir nehmen uns einen Moment Zeit, um zurückzublicken und die Aussicht zu geniessen. 

Eigentlich gehen wir davon aus, dass wir damit den schwierigsten Teil des Tages hinter uns haben. Dann schauen wir auf den Wegweiser. Bis zur Albignahütte sind immer noch 1¾ Stunden angegeben. Ohje. Damit haben wir nicht gerechnet. Wir wussten natürlich, dass vom Pass noch ein Abstieg zur Hütte folgt, aber dass dafür noch beinahe zwei Stunden eingeplant werden müssen, überrascht uns. Wir haben bereits einen grossen Teil des Tages hinter uns und sind seit dem Morgen unterwegs. 

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Gegen 13 Uhr sind uns kurz oberhalb vom Findling zwei Wanderer entgegengekommen, die von der Albignahütte gestartet sind. Sie erzählten uns damals, dass sie bereits seit 7.30 Uhr unterwegs seien und nun langsam wieder im Abstieg wären. Wir hatten uns noch gewundert, warum sie noch nicht auf der Fornohütte angekommen waren. Jetzt, einige Stunden später und selbst am Pass angekommen, verstehen wir es plötzlich sehr gut. Diese Etappe ist einfach deutlich länger, als wir bei der Planung erwartet haben.

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Der Abstieg zur Albignahütte

Zum Glück gestaltet sich der Abstieg für uns problemloser als der Aufstieg. Das Gelände bleibt alpin und wir müssen weiterhin aufmerksam gehen, doch technisch empfinden wir diesen Abschnitt als deutlich leichter. Die grossen Geröllfelder und die steileren, gesicherten Passagen des Aufstiegs liegen hinter uns, und obwohl der Untergrund weiterhin uneben und teilweise felsig ist, finden wir langsam wieder einen gleichmässigeren Rhythmus.

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Wir verlieren kontinuierlich an Höhe und können den Blick nun häufiger von den eigenen Füssen lösen. Die Landschaft verändert sich langsam, die Felswelt bleibt zwar dominant, aber mit zunehmendem Abstieg wird das Gelände wieder etwas übersichtlicher. Nach den vielen Stunden auf den Beinen sind wir trotzdem froh, dass die Richtung nun eindeutig stimmt: hinunter zur Albignahütte.

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Ein Bad im Bergsee

Auf eine Dusche in der Albignahütte hoffen wir nach diesem langen Tag gar nicht erst, denn aufgrund des trockenen Sommers haben wir bereits bei der Planung damit gerechnet, dass die Wasserversorgung eingeschränkt sein könnte. Zum Glück gibt es direkt oberhalb der Hütte einen kleinen Bergsee, der sich als perfekte Alternative erweist und nach den vielen Stunden in der Hitze geradezu verlockend aussieht.

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Der See ist relativ flach und dadurch erstaunlich warm, sodass wir ohne grosses Zögern ins Wasser steigen und unsere müden Beine abkühlen können. Nach dem langen Aufstieg zum Pass da Casnil, dem Geröllfeld und dem anschliessenden Abstieg tut die Erfrischung unglaublich gut. Während wir im Wasser sitzen, schauen wir hinüber auf die umliegenden Berge und lassen den Tag langsam Revue passieren. Die Anstrengung ist zwar noch deutlich in den Beinen zu spüren, aber gleichzeitig stellt sich dieses besondere Gefühl ein, das sich nach einem langen Wandertag einstellt, wenn man weiss, dass das Tagesziel erreicht ist und man für heute nichts mehr leisten muss.

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Vom See sind es noch ca. 15 Minuten bis zur Hütte. Ich kenne die Albignahütte bereits von einer Hochtour auf den Cima di Castello und freue mich ungemein auf das Hüttenwartspaar Annamaria und Martin. Sie haben uns schon beim letzten Mal unglaublich herzlich empfangen und die riesige Auswahl an selbstgemachtem Sirup ist sicherlich einmalig. Auch dieses Mal haben wir eine wunderbare Zeit auf der Hütte und haben sogar das Glück, im „Castello“ untergebracht zu sein. Wir fühlen uns wie bei Harry Potter, der unter der Treppe geschlafen hat, als wir geduckt im Zimmer stehen. Aber wir haben Privatsphäre und freuen uns wie kleine Kinder über das hübsche Zimmer! 

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Abends wird ein feines 4-Gänge Menü serviert. Ich bin begeistert, dass es rein vegetarisch ist und wir bekommen ein köstliches Zitronen-Thymian-Risotto. Am Tisch kommen wir sehr schnell mit den anderen Gästen ins Gespräch. Die meisten sind Kletterer, die mehrere Tage hier übernachten, um die umliegenden Kletterrouten zu erkunden. Einige der Gesichter werden wir die nächsten Tagen wiederholt sehen, denn es sind noch andere Wanderer auf dem Sentiero Alpino Bregaglia unterwegs. 

Am Abend trifft man sich auf der Terrasse für den Sonnenuntergang. Bald darauf gehen wir ins Bett und schlafen sofort ein, denn der heutige Tag hat uns ziemlich geschafft;-)

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ECKDATEN

Dauer6-8 Stunden
Länge14.1 km
Höhenunterschied↗1216m ↘ 684m
SchwierigkeitT5
LageKanton Graubünden
Tour durchgeführt imAugust 2026
Geeignet für KinderBesser nicht. Mit sehr bergerfahrenen, ausdauernden und trittsicheren Teenagern ab 16 geeignet.
Geeignet für HundeNein
BuchempfehlungRother Wanderführer Unterengadin

Offenlegung: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Bregaglia Maloja Turismo und Graubünden Tourismus entstanden. Meine Meinung, Ansichten und Tipps bleiben davon unbeeinflusst, der Tourismusverband hat keinerlei Vorgaben zur Berichterstattung gemacht.

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Text & FotografieSilvie · Off the TrailVollständig in dieser neuen Website eingebunden.