Der Dead Horse Point State Park gehört zu den bekanntesten Aussichtspunkten im Südosten Utahs. Hoch über dem Colorado River bietet die Hochebene spektakuläre Ausblicke auf die tief eingeschnittenen Canyons der Region. Viele Besucher kommen nur für wenige Stunden hierher, fahren zum Aussichtspunkt und verlassen den Park nach dem Sonnenuntergang wieder. Wer direkt im State Park übernachtet, erlebt die Landschaft dagegen deutlich intensiver.
Während unserer Wohnwagen-Rundreise durch den Westen der USA verbringen wir eine Nacht auf dem Campingplatz des Dead Horse Point State Park. Von hier aus unternehmen wir am Abend eine kurze Wanderung zum berühmten Aussichtspunkt, um den Sonnenuntergang über den Canyons zu erleben.
Übernachten im Dead Horse Point State Park
Der Campingplatz liegt direkt innerhalb des State Parks und bietet einen guten Ausgangspunkt für Wanderungen und Aussichtspunkte. Anders als die Nationalparks der USA wird der Dead Horse Point State Park vom Bundesstaat Utah verwaltet. Der America the Beautiful Pass, der in vielen Nationalparks gültig ist, wird hier daher nicht akzeptiert.
Für Tagesbesucher fällt eine separate Eintrittsgebühr an. Wer auf dem Campingplatz übernachtet, hat den Parkeintritt jedoch bereits in der Reservierung enthalten. Dadurch entfällt die zusätzliche Gebühr bei der Einfahrt.
Die Stellplätze liegen auf einer weitläufigen Hochebene, die von Wacholderbüschen und niedriger Wüstenvegetation geprägt wird. Bereits vom Campingplatz aus lässt sich die typische Landschaft des Colorado Plateaus erkennen. Die eigentlichen Canyon-Ausblicke bleiben jedoch zunächst verborgen und eröffnen sich erst am Rand der Felsplateaus.
Zu Fuss zum Aussichtspunkt
Am späten Nachmittag brechen wir vom Campingplatz auf. Unser Ziel ist der bekannte Dead Horse Point Overlook am Ende der Parkstrasse. Viele Besucher fahren die kurze Strecke mit dem Auto. Wir entscheiden uns bewusst für den Fussweg.
Die Wanderung führt zunächst durch die ruhige Wüstenlandschaft des Parks. Der Weg verläuft überwiegend flach und stellt keine besonderen Anforderungen. Allerdings verläuft der Weg in unmittelbarer Nähe vom Abgrund, so dass man vor allem bei jüngeren Kindern immer ein Auge auf sie haben sollte. Es gibt keinerlei Absperrungen (würde bei diesen Dimensionen auch gar nicht möglich sein), so dass man beliebig nah an den Canyon herankommt. Unterwegs begegnen wir niemandem. Während sich die meisten Besucher auf die Aussichtspunkte konzentrieren, herrscht auf den Wanderwegen eine überraschende Ruhe.
Mit der tiefer stehenden Sonne verändert sich das Licht zunehmend. Die roten und braunen Felsformationen der Umgebung wirken wärmer, während die Schatten länger werden. Die trockene Luft sorgt für eine klare Sicht, die weit über die Canyonlandschaft hinausreicht.
Der berühmte Aussichtspunkt
Je näher wir dem Ende der Parkstrasse kommen, desto mehr Menschen treffen wir an. Rund um den Aussichtspunkt versammeln sich zahlreiche Besucher, die auf den Sonnenuntergang warten.
Der Dead Horse Point zählt nicht ohne Grund zu den bekanntesten Aussichtspunkten Utahs. Rund 600 Meter unterhalb des Plateaus zieht der Colorado River eine enge Schleife durch die Felslandschaft. Von oben wirkt der Fluss fast klein, obwohl er über Jahrmillionen hinweg die gewaltigen Canyons geformt hat.
Der Blick reicht weit über die Canyonlandschaft hinweg. Schicht um Schicht ziehen sich die Felsformationen bis zum Horizont. Besonders beeindruckend ist die nahezu vollständige Flussschleife, die den markanten Charakter des Aussichtspunktes prägt.
Während die Sonne langsam sinkt, verändert sich die Farbpalette der Landschaft ständig. Die Felsen leuchten zunächst in warmen Rot- und Orangetönen, bevor die Farben allmählich dunkler werden. Die Schatten wandern durch die Canyons und betonen die gewaltigen Dimensionen der Landschaft.
Sonnenuntergang über dem Colorado River
Kurz vor Sonnenuntergang wird es am Aussichtspunkt spürbar voller. Viele Besucher suchen sich einen Platz entlang der Absperrungen oder auf den Felsen, um die letzten Sonnenstrahlen zu beobachten.
Trotz der Anzahl an Menschen wirkt die Stimmung ruhig. Die meisten geniessen den Moment schweigend und richten ihren Blick auf den Horizont.
Als die Sonne hinter den entfernten Felsformationen verschwindet, verändert sich die Landschaft innerhalb weniger Minuten. Die zuvor leuchtenden Farben weichen gedämpften Blau- und Grautönen. Die Konturen der Canyons bleiben noch lange sichtbar, während das direkte Sonnenlicht bereits verschwunden ist.
Rückweg in der Dämmerung
Nach dem Sonnenuntergang leert sich der Aussichtspunkt schnell. Viele Besucher steigen in ihre Fahrzeuge und verlassen den Park.
Auch wir machen uns auf den Rückweg. Die Dunkelheit setzt überraschend schnell ein. Innerhalb kurzer Zeit verschwinden die letzten Farben am Himmel und die Landschaft wird nur noch von der verbleibenden Abenddämmerung beleuchtet.
Da die Sichtverhältnisse rasch schlechter werden, entscheiden wir uns für den direkten Weg entlang der Parkstrasse zurück zum Campingplatz. Verkehr gibt es zu dieser Tageszeit nur noch wenig, sodass der Rückweg problemlos möglich ist.
Wer direkt im Dead Horse Point State Park übernachtet, kann den Sonnenuntergang ohne Zeitdruck erleben und anschliessend in aller Ruhe zum Campingplatz zurückkehren. Die Kombination aus eindrucksvollen Canyon-Ausblicken, der Flussschleife des Colorado River und der besonderen Abendstimmung macht diese kurze Wanderung zu einem der Höhepunkte eines Besuchs im Südosten Utahs.
ECKDATEN
| Dauer | 3:05 Stunden |
| Länge | 6.5 km |
| Höhenunterschied | ↗ 468m ↘ 468m |
| Schwierigkeit | T3 |
| Lage | Moab (Utah), USA |
| Tour durchgeführt im | April 2025 |
| Geeignet für Kinder | Mit trittsicheren Kindern ab ca. 6 Jahren. |
| Genaue Route | Fisher Tower Trailhead – Fisher Tower – Retour |
| Geeignet für Kinderwagen | Nein |
| Geeignet für Hunde | Ja |
| Buchempfehlung | USA Südwesten: Nationalparks und Naturlandschaften Rother Wanderführer |
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