Eine lange, durchgehend flache Flusswanderung, die sich perfekt für alle eignet, die gerne viele Kilometer am Stück zurücklegen. Zwischen Mellingen und Wildegg verbindet sich die ruhige Reuss mit der weiten Aare zu einer Strecke, die kaum Höhenmeter kennt, dafür umso mehr Raum, Gleichmässigkeit und Laufgefühl bietet. Wer gerne im eigenen Rhythmus unterwegs ist, findet hier eine Route, die sich fast endlos anfühlt und trotzdem landschaftlich abwechslungsreich bleibt. Die Tour ist Teil des Aargauer Wegs (Route Nr. 42 bei Schweizmobil), der dich über 105 Kilometer entlang der Aare, Reuss und Limmat durch den Norden der Schweiz führt.
Training für den Rigimarsch – lange, flache Kilometer im Rhythmus
Die Strecke eignet sich sehr gut als Vorbereitung für längere Märsche wie den Rigimarsch im Mai. Durch das durchgehend flache Profil lassen sich konstante Distanzen im eigenen Tempo absolvieren. Gerade die langen, geraden Abschnitte entlang von Reuss und Aare sind ideal, um Ausdauer, Schrittlänge und Gleichmässigkeit zu trainieren. Statt kurzer, intensiver Belastungen steht hier das ruhige, monotone Durchziehen im Vordergrund – genau das, was auch an einem langen Marschtag entscheidend ist.
Mellingen – Einstieg an der Reuss
Unsere Tour startet heute am Bahnhof in Mellingen. Wenn du das kleine Städtchen noch nicht kennst, würde ich dir empfehlen noch den Bus bis Mellingen Lindenplatz zu nehmen, da es hier eine unglaublich hübsche Altstadt gibt, die du nicht verpassen solltest. Die kleine Altstadt mit ihren engen Gassen und der gedeckten Holzbrücke wirkt schnell wie ein Übergang in eine andere Zeit. Kaum hat man den Ort verlassen, ist man bereits mitten im Reusstal.
Die Reuss fliesst hier ruhig, fast gleichmässig, begleitet von Wiesen, kleinen Waldstücken und vereinzelten Auenbereichen. Der Weg ist meist flach und gut begehbar, ideal zum Einlaufen. Gelegentlich wird die flache Strecke von kleinen Treppen unterbrochen, die wunderschön angelegt sind und etwas Abwechslung in die Strecke bringen. Die Reuss fliesst hier nicht breit und gemächlich wie die Aare, sondern hat sich tief in den Molasseboden geschnitten. Immer wieder geht es leicht auf und ab, der Weg bleibt in Bewegung, folgt den Bögen des Flusses, taucht in Waldstücke ein und öffnet sich wieder zu Lichtungen.
Durch das Reusstal Richtung Mülligen
Der Abschnitt Richtung Mülligen zeigt die Reuss in einem Wechsel aus engeren und etwas offeneren Passagen. Der Weg bleibt durchgehend am gleichen Ufer, was die Wahrnehmung der Landschaft verdichtet: Man bleibt im selben Licht, im selben Hangsystem, in derselben Flussrichtung.
Der Fluss beschreibt weite Kurven, und der Weg folgt diesen Bögen. Immer wieder entstehen kurze, fast versteckte Uferstellen, an denen das Wasser näher herantritt. Dort wird das Tal für einen Moment weiter, bevor es sich wieder schliesst. Auch wenn Siedlungsnähe spürbar ist, bleibt der Eindruck überwiegend natürlich. Die Reuss wirkt hier weniger wie ein technischer Flussraum, sondern eher wie ein eingewachsener Landschaftsstrang.
Je näher man in Richtung Windisch kommt, desto mehr verändert sich die Landschaft. Die Reuss verliert ihren engen Talcharakter, das Gelände wird offener, und die Vegetation wirkt weniger gedrängt.
Durch Windisch – die Reuss in weiten Bögen
Bevor Brugg erreicht ist, führt der Weg durch Windisch, wo sich die Reuss noch einmal von einer besonders eindrücklichen Seite zeigt. Der Fluss beginnt hier bereits, sich in Richtung Aarelandschaft zu öffnen und verläuft hier entlang einer riesigen Kurve. Gerade die grossen Windungen der Reuss prägen diesen Abschnitt. Sie zieht nicht geradlinig durchs Tal, sondern legt weite Bögen in die Landschaft, die dem Gelände etwas beinahe Verspieltes geben.
Diese ständige Richtungsänderung macht den Abschnitt besonders lebendig. Besonders begeistert mich das Spiegelbild der Häuser und frühlingshaft blühenden Bäume auf der anderen Fluss-Seite. Wie es wohl sein muss, in einem dieser Häuser zu leben und jeden Morgen mit diesem Blick aufzuwachen? Nur die Gartenarbeit auf den steilen Hängen stell ich mir sehr anstrengend vor.
Durch Windisch – überraschend gross und vom Wasser geprägt
Der Ort zieht sich weit in die Fläche und wirkt eher wie ein zusammengewachsener Siedlungsraum zwischen Reuss, Bahnlinien und den Übergängen zur Aare. Trotz der Nähe zur Bebauung bleibt die Reuss ständig präsent. Sie schlängelt sich in weiten Bögen durch das Gelände und wirkt hier deutlich offener als im engeren Tal weiter flussaufwärts.
Besonders auffällig ist eine Stelle mit einer kleinen Stufe im Flusslauf. Das Wasser wird dort leicht gestaut und fliesst über eine niedrige Kante weiter, was einen ruhigen, fast unauffälligen Übergang im Wasserbild erzeugt. Nachdem wir die Reuss überquert haben, laufen wir auf der anderen Seite ein Stück am Ufer zurück und begeben und bergauf. Von hier haben wir einen tollen Blick auf die Reuss hinab und sehen sie damit das letzte Mal während unserer Tour.
Ankunft in Brugg
Den Weg nach Brugg kannst du frei wählen und entweder an der Reuss bleiben oder wie wir aufsteigen und den kürzesten Weg nehmen. Bald erreichen wir die Innenstadt von Brugg, und schon aus der Distanz wirkt der Ort grösser, als man es zunächst erwarten würde. Der Name ist einem zwar vertraut, doch die tatsächliche Dimension überrascht – mit lebendigem Zentrum und sogar einer Fachhochschule, die dem Städtchen eine unerwartet urbane Note verleiht. Am Bahnhof Brugg gehen wir in einen der Supermärkte, um etwas für die Mittagspause zu holen. Dadurch entfällt es, Verpflegung von Anfang an im Rucksack mitzuschleppen, und das Gepäck bleibt angenehm leicht. Wasserstellen haben wir unterwegs übrigens keine gefunden (ausser in Brugg), so dass du am besten mindestens 1 Liter dabei haben solltest.
Weiter entlang der Aare
ECKDATEN
| Dauer | 6:25 Stunden |
| Länge | 25.3 km |
| Höhenunterschied | ↗ 53m ↘ 97m |
| Schwierigkeit | T1 |
| Lage | Kanton Aargau |
| Tour durchgeführt im | März 2026 |
| Geeignet für Kinder | Mit Kindern jeden Alters. Tour ist umkompliziert und kann auch mit einem geländegängigen Kinderwagen absolviert werden. Mit Kindern natürlich nur kurze Abschnitte der Tour einplanen. |
| Geeignet für Kinderwagen | Ja |
| Geeignet für Hunde | Ja |
| Buchempfehlung | Rother Wanderführer Aargau |
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