Fünf Personen, mehrere Wanderungen und ganz unterschiedliche Schuhe: Wir nehmen die Wandersocken von WRIGHTSOCK (Model Stride) auf verschiedenen Touren unter die Füße und schauen, wie sich die ungewöhnlichen Wandersocken im Alltag schlagen. Dabei testen wir sowohl flachere Modelle für leichte Trekkingschuhe als auch höhere Varianten, die wir mit klassischen knöchelhohen Wanderschuhen tragen. Besonders gespannt sind wir auf das Prinzip hinter der Socke: Zwei miteinander verbundene Lagen sollen dafür sorgen, dass weniger Reibung am Fuß entsteht und damit auch das Blasenrisiko sinkt. Gleichzeitig interessiert uns natürlich, wie sich die Socken nach mehreren Stunden Wanderung anfühlen und ob unsere Füße tatsächlich trockener bleiben.
Zwei Lagen, die beim Wandern kaum auffallen
Das Besondere an der WRIGHTSOCK zeigt sich bereits beim ersten Anziehen. Die Socke besteht aus zwei miteinander verbundenen Lagen, die sich bei Bewegung leicht gegeneinander verschieben können. Die Idee dahinter ist einfach: Die Reibung soll möglichst nicht direkt zwischen Haut und Socke beziehungsweise zwischen Fuß und Schuh entstehen, sondern innerhalb der beiden Sockenschichten.
Zunächst fühlt sich dieses Prinzip etwas ungewohnt an, beim Wandern selbst denken wir allerdings schon nach kurzer Zeit kaum noch darüber nach. Die Socken sitzen angenehm am Fuß und fühlen sich weich und fast schon kuschelig an. Gerade bei längeren Wanderungen gefällt uns dieser Komfort, denn nichts drückt oder stört und wir müssen die Socken unterwegs nicht ständig zurechtziehen.
Dass gleich fünf Personen die verschiedenen Modelle ausprobieren, ist für den Test besonders interessant. Nicht jeder Fuß ist gleich und auch beim Empfinden von Druck, Wärme oder Feuchtigkeit gibt es durchaus Unterschiede. Dadurch bekommen wir einen recht guten Eindruck davon, wie sich die WRIGHTSOCK bei unterschiedlichen Voraussetzungen verhalten.
Angenehm weich, mit einem eher engen Schaft
Beim Tragekomfort sind wir uns weitgehend einig. Die WRIGHTSOCK liegen angenehm am Fuß und fühlen sich auch nach mehreren Stunden noch weich und bequem an. Gerade auf längeren Touren zeigt sich für uns, dass die Socken nicht einfach nur beim ersten Anziehen angenehm sind, sondern diesen Komfort auch über einen ganzen Wandertag hinweg beibehalten.
Etwas anders fällt die Erfahrung beim Schaft aus. Dieser sitzt vergleichsweise eng und kann dadurch durchaus als komprimierend empfunden werden. Bei Personen mit kräftigeren Waden fällt das stärker auf, während der enge Sitz bei schlankeren Waden kaum eine Rolle spielt. Grundsätzlich hat der feste Sitz aber auch einen Vorteil: Die Socke verrutscht bei unseren Wanderungen nicht und wir müssen sie unterwegs nicht nach oben ziehen oder neu positionieren.
Eine interessante Beobachtung macht eine unserer Testpersonen allerdings auf längeren Touren. Nach einigen Stunden entsteht bei ihr das Gefühl, dass die Innensocke leicht rutscht. Das ist nicht unangenehm und führt auch nicht zu Scheuerstellen, fällt ihr aber irgendwann auf. Bei den anderen vier Testpersonen tritt dieses Gefühl dagegen überhaupt nicht auf. Für sie bleibt die WRIGHTSOCK auch nach mehreren Stunden weitgehend unauffällig – und genau das ist bei einer Wandersocke eigentlich ein gutes Zeichen.
Auch nach dem Aufstieg bleiben die Füße angenehm trocken
Besonders positiv überrascht uns die Feuchtigkeitsregulierung. Natürlich bleiben Füße beim Wandern nicht trocken. Gerade wenn der Weg über längere Zeit bergauf führt und die Temperaturen etwas höher sind, kommt auch der beste Wandersocken irgendwann Feuchtigkeit entgegen. Entscheidend ist deshalb für uns nicht, ob überhaupt Schweiß entsteht, sondern wie die Socke damit umgeht.
Hier machen die WRIGHTSOCK bei unseren Touren einen sehr guten Eindruck. Die Feuchtigkeit wird schnell aufgenommen und weitertransportiert, sodass sich trotz Anstrengung nicht das Gefühl entwickelt, mit nassen Socken unterwegs zu sein. Vor allem im Verlauf eines langen Wandertages macht sich das bemerkbar. Die Füße fühlen sich weiterhin angenehm trocken an und die Socke klebt nicht unangenehm an der Haut.
Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, wird für uns unterwegs aber schnell zu einem der wichtigsten Vorteile. Wenn wir mehrere Stunden wandern, viele Höhenmeter zurücklegen und der Schuh irgendwann angenehm warm wird, möchten wir möglichst wenig über unsere Füße nachdenken müssen. Genau das gelingt mit den WRIGHTSOCK erstaunlich gut.
Der Blasentest fällt eindeutig aus
Bei einer Wandersocke ist für uns letztlich eine Frage besonders wichtig: Wie sieht es mit Blasen aus? Denn eine Socke kann noch so bequem und atmungsaktiv sein – wenn nach einigen Stunden die Fersen brennen oder sich an den Zehen erste Druckstellen bilden, ist der positive Eindruck schnell dahin.
Bei unseren Testwanderungen fällt das Ergebnis erfreulich eindeutig aus. Keine der fünf Testpersonen bekommt während der getesteten Touren Blasen. Auch nach langen Wandertagen bleiben Fersen und Zehen unauffällig. Druck- oder Scheuerstellen stellen wir ebenfalls nicht fest.
Natürlich lässt sich daraus keine allgemeingültige Garantie ableiten. Ob Blasen entstehen, hängt immer von mehreren Faktoren ab. Die Passform des Schuhs spielt eine Rolle, ebenso die individuelle Fußform, die Strecke und natürlich die Belastung. Auch neue Schuhe können trotz guter Socken zunächst Probleme bereiten. Bei unseren Wanderungen funktioniert die Kombination aus WRIGHTSOCK und den jeweils verwendeten Wanderschuhen jedoch sehr gut.
Gerade das Zusammenspiel der beiden Sockenschichten scheint dabei eine interessante Rolle zu spielen. Ob tatsächlich ausschließlich das Doppel-Lagen-System für das gute Ergebnis verantwortlich ist, lässt sich bei einem Praxistest natürlich nicht eindeutig feststellen. Entscheidend ist für uns deshalb vor allem das Ergebnis am Ende des Wandertages: Wir kommen mit fünf Personen und ohne Blasen zurück.
Flache und hohe Modelle für unterschiedliche Schuhe
Wir testen verschiedene Höhen der WRIGHTSOCK und setzen sie mit unterschiedlichen Schuhen ein. Die flacheren Varianten tragen wir vor allem in leichteren Trekkingschuhen. Dort gefallen sie uns gut, weil sie nicht unnötig dick auftragen und dadurch auch in Schuhen mit etwas weniger Volumen problemlos funktionieren.
Die höheren Modelle kommen dagegen in unseren knöchelhohen Wanderschuhen zum Einsatz. Hier gefällt uns der zusätzliche Schutz am Unterschenkel und der insgesamt stimmige Sitz. Gerade wenn wir durch feuchtes Gras, über Geröll oder durch Waldwege unterwegs sind, empfinden wir den höheren Schaft als angenehm.
Bei der Auswahl sollte man allerdings darauf achten, dass Socke und Schuh ausreichend Platz haben. Das Doppel-Lagen-System bringt naturgemäß etwas mehr Material mit als eine sehr dünne klassische Socke. Bei einem ohnehin knapp sitzenden Wanderschuh kann dieser Unterschied durchaus spürbar sein. Wer seine Schuhe schon mit normalen Wandersocken eher eng trägt, sollte deshalb darauf achten, dass durch die WRIGHTSOCK nicht zu viel zusätzlicher Druck entsteht.
Funktional, aber keineswegs langweilig
Neben den praktischen Eigenschaften fällt uns bei den WRIGHTSOCK auch das Design auf. Das Bergmotiv auf der Außenseite ist deutlich auffälliger als bei vielen klassischen Wandersocken. Bergsilhouetten und die verschiedenen Grün-, Braun- und Blautöne passen dabei ziemlich gut zum Einsatzgebiet und wirken nicht wie ein beliebiges Muster.
Natürlich ist das eine Geschmacksfrage. Uns gefällt der Look jedoch gut. Die WRIGHTSOCK sehen nicht nach einem möglichst unauffälligen Stück Funktionsbekleidung aus, das unter der Hose verschwinden soll, sondern bringen tatsächlich ein wenig Bergwelt an den Fuß. Gerade bei einer Familienwanderung sorgt das Motiv durchaus für Gesprächsstoff.
Für die Funktion ist das natürlich nebensächlich. Trotzdem gehört für uns zu einem guten Produkt auch, dass es optisch gefällt. Und hier treffen die WRIGHTSOCK unseren Geschmack.
Unser Fazit nach mehreren Wanderungen
Nach mehreren Wanderungen mit fünf Testpersonen fällt unser Fazit insgesamt positiv aus. Die WRIGHTSOCK überzeugen uns vor allem durch ihren hohen Tragekomfort und die gute Feuchtigkeitsregulierung. Die Socken fühlen sich weich und angenehm an und bleiben auch nach mehreren Stunden bequem. Besonders positiv fällt uns auf, dass sich die Füße trotz körperlicher Anstrengung nicht unangenehm nass anfühlen.
Noch wichtiger ist für uns das Ergebnis beim Blasenschutz. Keine der fünf Testpersonen bekommt während der getesteten Wanderungen Blasen, und auch Druck- oder Scheuerstellen bleiben aus. Natürlich können wir daraus keine allgemeingültige Aussage für jeden Fuß und jeden Wanderschuh ableiten, doch bei unseren Touren funktioniert das Zusammenspiel aus WRIGHTSOCK und Wanderschuhen hervorragend.
Ganz ohne Kritikpunkte bleiben die Socken allerdings nicht. Der Schaft sitzt vergleichsweise eng und kann insbesondere bei kräftigeren Waden als komprimierend empfunden werden. Außerdem berichtet eine Testperson auf längeren Wanderungen von einem leichten Rutschen der Innensocke. Die anderen vier Testpersonen können diese Erfahrung allerdings nicht bestätigen.
Praktisch finden wir die unterschiedlichen Höhen der Modelle. Dadurch lassen sich die Socken gut an verschiedene Schuhe und Einsatzbereiche anpassen – von leichten Trekkingschuhen bis zum klassischen Wanderschuh. Und dann ist da natürlich noch das Bergmotiv, das aus einer eher funktionalen Wandersocke einen kleinen Hingucker macht.
Unterm Strich bekommen wir mit den WRIGHTSOCK eine Wandersocke, die vor allem durch Komfort, trockene Füße und einen sehr guten Schutz vor Blasen überzeugt. Gerade auf längeren Wanderungen sind das für uns die Eigenschaften, auf die es ankommt. Nach mehreren Touren gehört die WRIGHTSOCK deshalb zu den Produkten, bei denen wir unterwegs tatsächlich irgendwann vergessen, dass wir sie überhaupt tragen. Und genau das ist bei einer guten Wandersocke wahrscheinlich eines der besten Komplimente.
Das Produkt wurde uns vom Hersteller für diesen Praxistest zur Verfügung gestellt. Auf unsere Bewertung, den Inhalt des Berichts und unser abschließendes Fazit hat dies keinen Einfluss.
Wie bei allen Praxistests auf Off-the-trail testen wir das Produkt unter realen Bedingungen und berichten dabei sowohl über seine Stärken als auch über mögliche Schwächen. Grundlage dafür ist der Outdoor Blogger Codex, dem wir bei unseren Produkttests folgen.